Austausch mit Sachsens BA-Chef Hansen
In guter Tradition hat sich die CDU-Landesgruppe Sachsen mit Klaus-Peter Hansen, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, in Berlin über die aktuellen Herausforderungen auf dem sächsischen Arbeitsmarkt ausgetauscht. Kennzeichnend sind eine steigende Arbeitslosigkeit (7,2 Prozent) sowie die Auswirkungen des demographischen Wandels und der aktuellen konjunkturellen Schwäche. Deshalb setzen wir uns für Strukturreformen und für eine Wirtschaftspolitik ein, die zu Wachstum und Beschäftigung führt.
Viele Unternehmen auch in Sachsen geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck, der zu Entlassungen und zum Zögern bei Neueinstellungen führt. Die sogenannte „Pufferzone“ durch Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld, wird immer kleiner. Hinzu kommt der Fachkräftemangel in bestimmten Bereichen wie etwa im Handwerk oder im Pflegebereich. In der Folge ist die übliche Frühjahrsbelebung bislang ausgeblieben.
Die Antwort auf diese Herausforderungen bleibt neben der Fachkräftesicherung vor allem die Qualifizierung von Arbeitskräften und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Deshalb sollten Unternehmen in die Weiterbildung der Menschen investieren, die bereits für sie arbeiten. Und um Geflüchtete erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, muss der Spracherwerb der Schlüssel zum Erfolg bleiben. Denn auch Sachsen braucht Zuwanderung. In den kommenden fünf Jahren kann jeder Dritte der rund 180 000 Altersabgänge wegen fehlendem Nachwuchs nicht nachbesetzt werden. Zuwanderung und die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt sind daher ein wichtiger Teil der Lösung.
Angesichts des Haushaltsdefizits in Deutschland und aufgebrauchter Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit steht die Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik weiter unter großem Druck. Umso mehr müssen wir darauf achten, die Finanzmittel so einzusetzen, dass sie nicht nur kurzfristig Arbeitslosigkeit verwalten, sondern langfristig Arbeitsplätze schaffen und erhalten. Sachsens BA setzt den Strategiefokus dabei konsequent auf eine große Bandbreite von Bildungs- und Qualifizierungsangeboten oder den Ausbau von Jugendnetzwerken wie den Jugendberufsagenturen. Und in der Union sind wir froh darüber, dass mit der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende wieder das Prinzip des ‚Förderns und Forderns‘ in den Mittelpunkt gestellt wird. Danke für den offenen Austausch.